Allgemeine Geschäftsbedingungen (B2B)
Stand: September 2026
MS Strategic Advisory VCC (Marke „Credifact"), Ruse / Bulgarien
§ 1 Geltungsbereich, ausschließlicher B2B-Vertrieb
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen („AGB") gelten für sämtliche Verträge zwischen der MS Strategic Advisory VCC, 10 Kapitan Lieutenant Evstati Vinarov St., 2nd floor, office 79, 7000 Ruse, Bulgarien (im Folgenden „Credifact") und ihren Kunden („Anbieter") über die Nutzung der Plattform Credifact zur digitalen Bonitäts- und Tragfähigkeitsprüfung von Unternehmen. Korrespondenzbüro für DACH-Mandanten: Königsallee 19, 40212 Düsseldorf (reine Hilfstätigkeit i. S. d. Art. 5 Abs. 4 DBA Deutschland–Bulgarien — keine Betriebsstätte, kein Sitz).
(2) Credifact erbringt Leistungen ausschließlich gegenüber Unternehmern i.S.d. § 14 BGB, juristischen Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtlichen Sondervermögen. Verbraucher i.S.d. § 13 BGB sind keine Vertragspartner. Mit Vertragsschluss bestätigt der Anbieter, dass er als Unternehmer handelt.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Bedingungen des Anbieters werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, Credifact stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
§ 2 Vertragsschluss
(1) Darstellungen auf der Website und in Angebotsunterlagen sind freibleibend. Der Vertrag kommt zustande durch Registrierung und Freischaltung des Anbieterkontos, durch Auftragsbestätigung von Credifact in Textform (E-Mail genügt) oder durch Beginn der Leistungserbringung.
(2) Credifact ist berechtigt, eine Registrierung oder einen Auftrag ohne Angabe von Gründen abzulehnen, insbesondere bei begründeten Zweifeln an der Identität oder dem Verwendungszweck.
§ 3 Leistungsbeschreibung
(1) Credifact stellt dem Anbieter eine webbasierte Plattform zur Verfügung, insbesondere:
- Anlage von Prüfanfragen mit Unternehmensdaten, manuell oder per Handelsregister-Abfrage;
- Versand personalisierter, zeitlich begrenzter Zugangslinks an die zu prüfenden Unternehmen („Kunden");
- lesender Kontozugriff über einen regulierten Kontoinformationsdienst (FinAPI) nach Freigabe durch den Kunden;
- Upload und automatisierte Auswertung von BWA und Jahresabschlüssen;
- Erstellung einer Auswertung mit Score, Ampel und Empfehlung als Entscheidungsgrundlage;
- Anbieter-Dashboard mit Übersicht aller Anfragen, Abrechnung (Prepaid-Guthaben oder Rechnung), Exporten, API und Webhooks.
(2) Credifact schuldet kein konkretes Ergebnis. Die Auswertung ist eine Entscheidungsgrundlage; es findet keine allein automatisierte Entscheidung mit rechtlicher Wirkung statt (Art. 22 DSGVO). Die Geschäftsentscheidung gegenüber dem Kunden trifft ausschließlich der Anbieter.
(3) Aussagen zu Erkennungsraten, Beispielwerten oder Referenzen sind unverbindlich und stellen keine Zusicherung von Eigenschaften dar.
§ 4 Pflichten des Anbieters
(1) Der Anbieter darf Prüfanfragen nur für Unternehmen auslösen, zu denen ein konkretes Geschäftsvorhaben (Kredit, Leasing, Liefer- oder Energievertrag) besteht oder ernsthaft angebahnt wird.
(2) Der Anbieter versichert die Richtigkeit der eingegebenen Unternehmens- und Kontaktdaten und stellt sicher, dass er zur Einholung der Auswertung berechtigt ist. Er informiert den Kunden transparent über Zweck und Ablauf der Prüfung.
(3) Zugangsdaten und API-Schlüssel sind geheim zu halten und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. Der Anbieter haftet für alle Handlungen der Personen, die er seinem Konto hinzufügt.
(4) Auswertungen dürfen ausschließlich für das angegebene Geschäftsvorhaben verwendet werden; eine Weitergabe an Dritte oder eine Verwendung zu anderen Zwecken ist untersagt.
§ 5 Vergütung, Prepaid-Guthaben, Rechnung, Verzug
(1) Es gilt die im Anbieterkonto bzw. in der individuellen Vereinbarung ausgewiesene Vergütung je Prüfung. Sämtliche Preise verstehen sich netto zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Abrechnung erfolgt wahlweise über vorab aufgeladenes Prepaid-Guthaben oder auf Rechnung. Bei Prepaid-Abrechnung wird eine Prüfung bei Auslösung der Auswertung belastet; nicht gestartete oder abgelaufene Anfragen werden nicht belastet. Guthaben verfällt nicht und ist bei Vertragsende auszahlbar, soweit es nicht für gebuchte Leistungen verbraucht wurde.
(3) Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen ab Zugang ohne Abzug fällig. Bei Zahlungsverzug schuldet der Anbieter Verzugszinsen in Höhe von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB) sowie eine Verzugspauschale von 40 Euro (§ 288 Abs. 5 BGB). Weitergehende Schäden bleiben vorbehalten.
(4) Bei Zahlungsverzug oder erheblicher Verschlechterung der Vermögensverhältnisse ist Credifact berechtigt, weitere Leistungen bis zur vollständigen Zahlung auszusetzen oder auf Prepaid-Abrechnung umzustellen.
§ 6 Vertragslaufzeit, Kündigung, Datenlöschung
(1) Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten jederzeit mit einer Frist von 30 Tagen zum Monatsende in Textform gekündigt werden, sofern nichts anderes vereinbart ist.
(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für Credifact insbesondere bei Missbrauch der Plattform, Verstoß gegen § 4 oder Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen vor.
(3) Nach Vertragsende werden personenbezogene Daten und Prüfungsunterlagen entsprechend den in der Datenschutzerklärung genannten Fristen gelöscht; gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt.
§ 7 Kein Widerrufsrecht
Da Credifact ausschließlich mit Unternehmern kontrahiert (§ 1 Abs. 2), besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht; die Vorschriften der §§ 312g, 355 BGB finden keine Anwendung.
§ 8 Verfügbarkeit und Haftung
(1) Credifact haftet unbeschränkt für Schäden aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, für die Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang abgegebener Garantien.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) ist die Haftung der Höhe nach auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
(3) Die Haftung für mittelbare Schäden, entgangenen Gewinn und Folgeschäden ist — außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit — ausgeschlossen.
(4) Credifact haftet nicht für die Richtigkeit öffentlicher Registerdaten, für Inhalte der vom Kunden freigegebenen Konten und hochgeladenen Unterlagen, für Störungen des Kontoinformationsdienstes und nicht für Geschäftsentscheidungen des Anbieters oder Dritter.
(5) Eine bestimmte Verfügbarkeit der Plattform wird nicht garantiert; Wartungsfenster und Störungen werden auf der öffentlichen Statusseite transparent gemacht.
§ 9 Geheimhaltung & Datenschutz
(1) Die Parteien behandeln vertrauliche Informationen der jeweils anderen Partei vertraulich und verwenden sie nur zum Vertragszweck. Diese Pflicht besteht über das Vertragsende hinaus für 3 Jahre fort.
(2) Soweit Credifact personenbezogene Daten weisungsgebunden verarbeitet, gilt der zwischen den Parteien geschlossene Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO. Im Übrigen gilt unsere Datenschutzerklärung.
§ 10 Referenznennung
Credifact darf den Anbieter mit Firmierung und Logo als Referenz nennen, sofern keine Vertraulichkeitsstufe „streng vertraulich" vereinbart wurde. Der Anbieter kann der Nennung jederzeit in Textform widersprechen.
§ 11 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt — unabhängig vom Sitz des Anbieters in Bulgarien und durch ausdrückliche Rechtswahl der Parteien — das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist Düsseldorf, sofern der Anbieter Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist. Credifact ist berechtigt, auch am Sitz des Anbieters zu klagen. Diese Gerichtsstandvereinbarung gilt ausdrücklich auch im Verhältnis zu einem im Ausland ansässigen Anbieter (Art. 25 Brüssel-Ia-VO).
(3) Änderungen und Ergänzungen bedürfen der Textform; dies gilt auch für die Aufhebung dieser Klausel.
(4) Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt die gesetzliche Regelung.